Geschichten aus dem Homeoffice #2 – Gedankenspinnerei

Ein vermeintlich einsamer Netflix-Abend

Man verbringt gerade viel Zeit Zuhause mit guten Büchern oder Netflix. So auch geschehen vor ein paar Tagen, als ich ausnahmsweise mal abends allein daheim war.

Wir wohnen seit Kurzem in einem eher waldigen Gebiet. Direkt hinter und neben unserer Wohnung ist schon ein kleines Waldstück. Und was sich da so tummelt…

Nicht nur unser Vogelhaus wird rege genutzt, auch ein Reh hat sich schon mal auf das umzäunte Gelände rundherum verlaufen. Wir waren schon drauf und dran jemanden zu uns zu bestellen, als das Reh plötzlich auf der anderen Zaunseite im Wald verschwand.

Aber Rehe kommen nun nicht gerade über unseren Balkon in die Wohnung. Das sind wohl eher unsere heiß geliebten Spinnen!

Ich habe es mir also am besagten Abend auf dem Sofa bequem gemacht und „Midsommar“ gestartet

aprospros, was haltet ihr davon?

als ich etwas dunkles auf dem Fußboden sehe. Groß. Recht – kompakt. Und schnell! Eine Winkelspinne. Die hielt meinen Puls, im Gegensatz zum Horrorfilm, mindestens ne Stunde auf Trapp!

Hinter dem Fernseher an der Wand. Rüber zur Vitrine. Über den Boden und wieder an der Wand zum Bücherregal. Dann hatte ich die glorreiche Idee, die Balkontür aufzumachen, um der Spinne, nett wie ich bin, die Möglichkeit zu bieten, selbstständig hinaus zu laufen. Hat natürlich nicht geklappt. Stattdessen fiel sie zu Boden (in meinem Kopf mit einem lauten Klatschen, weil sie gefühlt so groß war wie meine Hand) und lief schnellstens in die andere Ecke des Wohnzimmers.

Na toll. Ich setze mich wieder hin, um wenigstens noch etwas Thrill des Films mitzubekommen. Dann kommt Alfred – mittlerweile bin ich mit der Spinne per Du – aufs Sofa getrampelt. Auf mein selbst gestricktes Kissen will sie es sich bequem machen, während ich den schleichenden Ekel in mir hochkommen fühle.

Jetzt nicht den falschen Eindruck bekommen. Ich habe keine Arachnophobie. Ich habe sogar in Südafrika Käfer und Heuschrecken mit der bloßen Hand gefangen (alles für die Affen)! Und dennoch. Zuhause verwandele ich mich dann doch schnell in Klein-Alena, die sich an irgendein verstörendes Insektentrauma erinnert (vielleicht das eine Mal, als ich morgens mit dem Geräusch eines Schusters im Bett aufgewacht bin. Ich hasse diese Viecher). Dann fasse ich keine Spinne an.

Jedenfalls habe ich den Film sogar noch zu Ende geguckt. War auch leicht verstörend.

Und dann, mit der Gewissheit, dass Alfred im Wohnzimmer und nicht im Schlafzimmer ist, bin ich schlafen gegangen. Am nächsten Tag brauchte ich dann noch ein paar Stunden, um das Wohnzimmer zu betreten. Alfred ist aber tatsächlich erst am Abend wieder aufgetaucht, als mein Freund zurück war. Als hätte er es geahnt, wurde er von ihm unversehrt hinaus geleitet.

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